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Auswirkungen von Pestiziden auf Mensch & Umwelt

Glyphosat, Dimethoat und Isoxaflutol – alle haben eins gemeinsam: Sie gehören zu den sogenannten Pestiziden. Insbesondere der Einsatz von Glyphosat wird aktuell wieder heiß diskutiert, denn dessen Zulassung soll im Sommer 2016 von der EU-Kommission verlängert werden, zum Ärger von Umwelt-und Verbraucherschutzverbänden. Das Pestizid wurde letztes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) verneinte dieses. Demnach scheinen Forscher sich nicht einig über die Wirkung von Pestiziden im menschlichen Körper zu sein. Unklar ist auch die kombinierte Wirkung von verschiedenen Pestiziden. Doch was genau versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff Pestizide und inwieweit können sie sich negativ auf unsere Umwelt und unseren Körper auswirken?

Pestizidanwendung auf dem Feld

Was sind Pestizide und wo werden sie eingesetzt?

Der Begriff Pestizid bzw. Pestizide ist ein Sammelbegriff für sämtliche chemische Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Diese sollen die Pflanzen gesund halten und vor Krankheiten sowie  tierischen und pflanzlichen Schädlingen schützen. Sie können als Spritzmittel, Granulat oder zur Saatgutbehandlung eingesetzt werden und enthalten oft mehrere Wirkstoffe, um einen optimalen Effekt zu erzielen. Die Pestizide lassen sich ihrer Wirkung nach in drei Kategorien einteilen:

  • Herbizide (gegen Wildkräuter & andere Pflanzen)
  • Insektizide (gegen unerwünschte & schädliche Insekten)
  • Fungizide (gegen Pilze & Pilzerkrankungen)


Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden im Jahr 2014 776 Pestizide mit insgesamt 276 verschiedenen Wirkstoffen zugelassen. Ein Großteil davon landet auf den Feldern der Landwirte, um höhere Ernten und somit höhere Erträge zu erwirtschaften. Pro Jahr werden im Durchschnitt etwa 9kg Pflanzenschutzmittel auf einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche eingesetzt. Aber auch in Wäldern und privaten Gärten verwenden die Menschen Pestizide.

Auswirkungen auf die Umwelt

Die großflächige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Schädlingsbekämpfern ist mit einigen Risiken verbunden, die sich durchaus negativ  auf verschiedene Bereiche der Umwelt auswirken können. Hierbei müssen stets Risiken gegen den Nutzen abgewogen werden.

Rückstände im Wasser

Die Rückstände und Abbauprodukte von Pestiziden können durch Spritznebel oder Abschwemmungen in Oberflächengewässer wie Seen und Flüsse gelangen. In Ländern, in denen intensive Plantagewirtschaft (z.B. Bananenanbau) betrieben wird, gelangen die Rückstände über die Flüsse bis in das offene Meer, wo sie Wasserorganismen wie Korallen schädigen. Durch die Versickerung des Wassers lagern sich die Giftstoffe auch im Boden ab und gelangen über die Wurzeln in den Organismus der Pflanzen.  Die Bodenfruchtbarkeit wird beeinträchtigt und die Giftstoffe können bis in das Grundwasser dringen, welches gleichzeitig die Grundlage für unser Trinkwasser bildet. Genauere Informationen bezüglich der Rückstände im Trinkwasser folgen im Punkt „rechtliche Grundlagen“. Heutzutage werden bereits Pestizidwirkstoffe eingesetzt, die sich schneller in der Umwelt abbauen. Ungefährlich sind sie jedoch nicht, denn sie zerfallen in neue Substanzen, deren möglichen Auswirkungen bisher unklar sind.

Resistenzbildung

Insektizide sind nicht in der Lage zwischen schädlichen und nützlichen Insekten zu unterscheiden. Wenn Nützlinge abgetötet werden, können sich Schädlinge unter Umständen schnell wieder ansiedeln, sodass eine erneute Pestizidbehandlung nötig ist. Diese Prozedur endet in einem Kreislauf, der die benötigten Insektizid-Mengen in die Höhe treibt. Der kontinuierliche Einsatz von Pestiziden kann außerdem zur Resistenz von Schädlingen führen. Der Stoff verliert über kurze Zeit seine Wirksamkeit und eine neue Chemikalie muss entwickelt werden. Aus diesem Grund setzen Landwirte häufig verschiedene Pestizide ein, was jedoch zu einer Mehrfachbelastung der Lebensmittel führt.

Rückgang der Artenvielfalt & sterbende Ökosysteme

Herbizide, Fungizide & Insektizide wirken allesamt toxisch auf die zu bekämpfenden Organismen. Allerdings beschränkt sich die Wirkung nicht nur auf Schädlinge. Auch viele andere, teilweise nützliche Arten werden durch Pestizide beschädigt oder sogar getötet. Wenn beispielsweise ein Insekt radikal durch Schädlingsbekämpfungsmittel dezimiert wird, verschwindet gleichzeitig auch die Nahrungsgrundlage für andere Tiere wie Vögel oder Spinnen. Die Folge ist eine Störung des biologischen Gleichgewichts. So sollen Pestizide vermutlich auch mitverantwortlich am massiven Rückgang der Bienenvölker in Deutschland, USA & Kanada sein. Für die Landwirte sind Bienen jedoch von großer Bedeutung, da sie die angebauten Pflanzen bestäuben und somit den Ernteerfolg beeinflussen können.

Des Weiteren sind Pestizide laut einer europäischen Studie der Uni Göttingen aus dem Jahr 2010 mit für den Rückgang der Artenvielfalt auf landwirtschaftlich genutzten Feldern und deren Umgebung verantwortlich. Die Tier-und Pflanzenvielfalt auf diesen Feldern ist bis zu sechs Mal niedriger als auf und in der Umgebung von ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzflächen. In Regionen mit besonders intensiv bewirtschafteten Feldern ist natürliches Leben kaum noch vorhanden. Aus diesem Grund werden diese Regionen auch Agrarwüsten genannt. Beispiele hierfür sind Baumwollgebiete in Indien sowie die südspanische Region Almeria, aus der Deutschland einen Großteil seines Gemüses bezieht.

Auswirkungen auf den Menschen

Negative Folgen durch Pflanzenschutzmittel in der Umwelt wirken sich letztendlich auch negativ auf den Menschen aus: Die Giftstoffe gelangen sowohl über das Trinkwasser als auch über die Nahrungsmittel (pflanzlich & tierisch) in den menschlichen Körper. Die chemischen Wirkstoffe lagern sich auf und in den Pflanzen (z.B. Obst & Gemüse) ab, welche wiederum von Menschen gegessen werden. Im Organismus angekommen können viele dieser Chemikalien nicht richtig ausgeschieden werden, weswegen sie sich im Fettgewebe ansammeln. Auch Tiere nehmen Pestizidrückstände durch ihr Futtermittel auf und lagern sie auf die gleiche Art und Weise wie der Mensch. Somit gelangen Pestizide nicht nur über Obst und Gemüse sondern auch über Milch, Eier, Fleisch und andere tierische Nahrungsmittel in den menschlichen Körper und summieren sich im Laufe seines Lebens. Laut einiger Studien stehen Pestizide im Verdacht krebserregend zu sein und das menschliche Erbgut zu verändern. Da Wissenschaftler die genauen Langzeitfolgen der Gifte jedoch bisher noch nicht genau abschätzen können, müssen die chemischen Rückstände lediglich unterhalb einer gesundheitsschädigenden Belastungsgrenze gehalten werden. Deswegen durchläuft jedes Pflanzenschutz-und Schädlingsbekämpfungsmittel ein spezielles Zulassungsverfahren. Allerdings ist auch hier nicht bekannt, ob die zulässige Konzentration keine langfristigen Schäden nach sich zieht.

Rechtliche Regelungen

Zulassung von Pflanzenschutzmitteln

Wie bereits im vorherigen Absatz erwähnt, muss jedes Pestizid einen Test durchlaufen und darf nur angewendet werden, wenn es zugelassen wird. Die rechtliche Grundlage bilden hierbei die Verordnung (EG) NR. 1107/2009 sowie das Pflanzenschutzgesetz. Zuständig für die Zulassung ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Weitere Beteiligte sind das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR),  das Julius-Kühn-Institut (JKI) und das Umweltbundesamt (UBA). Letzteres bewertet die Auswirkungen der Pestizide auf die Umwelt (Gewässer, Luft, Boden, biologische Vielfalt und das Ökosystem) mit dem Ziel die Umwelt vor negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln zu schützen. In dem Verfahren hat das UBA einen besonderen Status: Ohne dessen Zustimmung darf ein Pestizid in Deutschland nicht zugelassen werden. Des Weiteren ist es auch in die Wirkstoffprüfung der europäischen Union eingebunden.

Höchstgrenzen für Pflanzenschutzmittelrückstände im Trinkwasser

Die Rückstandshöchstgehalte von Pflanzenschutzmittel in Europa sind in der rechtlichen Verordnung (EG) Nr. 396/2005 in den Anhängen II, IIIA und IIIB  festgehalten. Innerhalb Europas gilt ein stoffunabhängiger, allgemeiner Grenzwert von 0,1 μg/l (Mikrogramm pro Liter Trinkwasser) für Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln sowie deren Stoffwechselprodukte (Trinkwasserverordnung 2001). Die Bundesländer überwachen und überprüfen die Einhaltung der zulässigen Höchstmengen in Futter-und Lebensmitteln. Das BVL wertet diese Daten aus und leitet sie auch an die Efsa weiter. Im Falle einer Wertüberschreitung klären die Bundesländer, ob ein gesundheitliches Risiko für die Verbraucher besteht. Hierbei stützen sie sich auf die Trinkwasser-Leitwerte des BfR (bestimmte Wirkstoffmenge in μg/l), die auf der Basis von ADI-Werten (acceptable daily intake) ermittelt werden. Von den Trinkwasser-Leitwerten werden wiederum Maßnahmenwerte für Trinkwasser vom UBA abgeleitet, bis zu denen die Konzentrationen von Pestiziden gesundheitlich tolerabel sind. Ausführlichere Infos zu ADI & Trinkwasser Leitwerten sowie Maßnahmenwerte für Trinkwasser sind in dieser Tabelle des Umweltbundesamtes aufgelistet.

Ökolandbau & umweltfreundliche Alternativen

Auf ökologisch landwirtschaftlich genutzten Flächen ist der Einsatz von chemischen und synthetischen Pestiziden verboten. Auch der Einsatz von Pestiziden auf der Basis von Pflanzenextrakten ist nur eingeschränkt gestattet und muss oftmals mit Anbauverbänden abgeklärt werden. Stattdessen greift man auf umweltfreundliche Alternativen zurück, um der Natur und den Lebensmitteln etwas Gutes zu tun.

Maßnahmen gegen Wildkräuter

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen die Entstehung von Wildkräutern zählen eine abwechslungsreiche Fruchtfolge sowie die oberflächliche Bearbeitung des Bodens. Falls das Unkraut dann doch sprießt, haben sich Hacken (mechanische Methode) und gezieltes Abflammen (thermische Methode) als erfolgreich und umweltschonend bewährt.

Maßnahmen gegen Insekten-/Schädlingsbefall

Die Auswahl von robusten Pflanzensorten, welche an den Boden und das Klima angepasst sind, sowie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge wirken vorbeugend gegen den Befall von Insekten. Außerdem muss auf die Gesundheit des Bodens geachtet werden. Kleinstlebewesen und natürlicher Dünger in Form von Mist sind hierfür von Vorteil. Falls es doch zu einer erhöhten Insektenpopulation kommt, ist der Einsatz von Pflanzenpräparaten (z.B. Brennnesseljauche), Mineralstäuben (z.B. Algenkalk) und eingeschränkt auch pflanzlichen Insektiziden (meist nur mit Erlaubnis) erlaubt. Gegen Pilzbefall dürfen auch Schwefel und Kupfersalze eingesetzt werden.

Biologische Schädlingsbekämpfung: Einsatz von Nützlingen

Die natürlichste und gleichzeitig umweltfreundlichste Methode zur Schädlingsbekämpfung ist der Einsatz von natürlichen Feinden, den sogenannten Nützlingen. Zu den Nützlingen zählen unter anderem Pilze, Insekten, Fadenwürmer, Bakterien und Viren. Diese werden von speziellen Firmen angeboten. In erster Linie kommen Nützlinge in großen Gewächshäusern zum Einsatz, da der Einsatz im Garten spezielle Kenntnisse erfordert und oftmals keine ausreichende Wirkung zeigt. Lediglich die Bekämpfung von Dickmaulrüsslerlarven mit räuberischen Fadenwürmern hat sich als wirkungsvoll herausgestellt. In größeren Gewächshäusern ist es sinnvoll mit günstigen und erfolgreichen Nützlingen anzufangen. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Schlupfwespen (gegen weiße Fliegen) und Raubmilben (gegen Spinnenmilben). Für die Bekämpfung von Blatt-, Woll-und Schildläusen brauchen Gärtner gute Erfahrungen im biologischen Pflanzenschutz, denn die natürlichen Feinde sind teuer und anspruchsvoll. Daher wird Anfängern vom Einsatz dieser Nützlinge abgeraten.

 

 

 

 

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