Food-Service Verpackungen aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen

Weltmeister der Wiederverwertung: Deutschland

Anschließend an unseren letzten Blogbeitrag über die überdurchschnittliche (Verpackungs-)Müllproduktion in Deutschland, beschäftigt sich der folgende Beitrag mit der deutschen Müllwiederverwertung, insbesondere der des Verpackungsmülls.

Recycling und Verwertung von Verpackungsmüll

Verpackungen dienen in erster Linie dazu, Produkte zu transportieren oder sie beim Verkauf zu schützen. Teilweise gibt es jedoch auch sogenannte Umverpackungen, die lediglich zur Darstellung der Produkte verwendet werden und nicht zwingend notwendig sind. Im Jahr 2013 fielen in Deutschland 17,1 Millionen Tonnen Verpackungsmüll aus Pappe, Karton, Kunststoffen, Papier, Glas und Holz an, von denen 65% wiederverwertet wurden. Aufgrund der vielfältigen Materialien gibt es verschiedene Wiederverwertungsverfahren:

Leichtverpackungen: Duales System

Private Endverbraucher sammeln Leichtverpackungen mit einem grünen Punkt im Gelben Sack bzw. in der Gelben Tonne. Die Verpackungen landen anschließend in Sortieranlagen, wo die verschiedenen Wertstoffe getrennt werden. Aluminium, Getränkekartons, Weißblech und Kunststoffarten (PE, PP, PET, PS) gehen in die stoffliche Verwertung während Sortierreste in der energetischen Verwertung landen. Mischkunststoffe hingegen gehen entweder in die stoffliche oder in die energetische Verwertung, je nachdem, ob sie weiteraufbereitet werden konnten oder nicht.

Getränkeverpackungen: Pfandsystem

Das Pfand auf einigen Getränkeverpackungen wie Flaschen und Kisten unterstützt nicht nur die Verwertung sondern hemmt gleichzeitig die unkontrollierte Müllbeseitigung. Einweg-Verpackungen aus Kunststoff werden stofflich zu Flaschen oder Textilien verwertet während Mehrweg-Verpackungen öfter durch den Kreislauf laufen und erst nach dem Aussortieren zu neuen Flaschen oder Kisten recycelt werden. Einweg-Glasflaschen werden in Containern gesammelt, anschließend eingeschmolzen und zu neuen Glasbehältern verarbeitet.

Transportverpackungen: Mehrwegsystem

Auch Transportverpackungen wie Kisten und Paletten laufen durch ein Mehrwegsystem. Bei schlimmer Beschädigung werden sie entweder repariert oder recycelt. 

Rechtliche Grundlage: Die Verpackungsverordnung

Um einem Anstieg der Verpackungen entgegenzuwirken, wurde 1991 die sogenannte Verpackungsverordnung erlassen, die 1998 an die EU-Vorgaben angepasst wurde. Sie verpflichtet Hersteller und den Handel dazu, die verkauften Verpackungen wie z.B. Pfandflaschen zurückzunehmen, um sie anschließend erneut zu verwenden oder zu verwerten.

Gemäß dieser Verordnung müssen jährlich min. 65% des gesamten Verpackungsmülls verwertet werden, min. 55% davon stofflich. Für einige Materialien gibt es extra festgelegte Quoten für die stoffliche Verwertung: Kunststoff (36%), Aluminium- und Verbundpackungen (60%), Papier- und Weißblech (70%) und Glas (75%). Diese Quoten werden deutlich übertroffen. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 96,3% der Verpackungsabfälle verwertet, 71,3% davon stofflich.

Plastikwiederverwertung: Probleme & Lösungsansätze

Verpackungen aus qualitativ hochwertigem Kunststoff wie PET-Flaschen sind einfach zu recyceln. Sie werden sauber getrennt, sortiert und anschließend zu kleinen Plastikkügelchen zerkleinert. Diese dürfen jedoch aus hygienischen Gründen meistens nicht zu Lebensmittelverpackungen weiterverarbeitet werden, sondern landen in der Regel als Fasern in Kleidung, Windeln oder Stofftieren. Mit einer Rücklaufquote von 91% (bei Pfandflaschen sogar 98%) können fast alle PET-Flaschen vollständig recycelt und weiterverarbeitet werden.

Doch nicht alle Plastikverpackungen bestehen aus einem einzigen Kunststoff. Mischkunststoffverpackungen wie Zahnpastatuben oder Chipstüten bestehen aus verschiedenen Plastiksorten und können daher nur schwer getrennt werden. Zudem ist der Prozess mit höheren Kosten verbunden, weswegen diese Produkte in der Regel in der energetischen Verwertung landen. Auch schwarze Kunststoffe und Produkte wie Joghurtbecher, die mit einem Aluminiumdeckel oder nicht-wasserlöslichen Etikett versehen sind, werden von der Infrarot Technik der Sortieranlagen nicht richtig erkannt und landen in der Verbrennungsanlage. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Verbraucher die verschiedenen Kunststoffarten sauber voneinander trennen.

Ein weiterer Grund, warum Plastik nicht immer recycelt wird, ist der Wettkampf zwischen der Verbrennung- und Recyclingindustrie. Von den mehr als 90% über den Gelben Sack eingesammelten Plastikabfällen werden lediglich 43% recycelt, der Rest landet in der Müllverbrennungsanlage und wird für die Gewinnung von Wärme und Strom eingesetzt. Das liegt größtenteils daran, dass die stoffliche Verwertung der Kunststoffe teurer ist als die energetische und Entsorgungsunternehmen natürlich möglichst wenig bezahlen möchten.

Oft fangen die Probleme jedoch schon bei der Mülltrennung an, denn der Gelbe Sack bzw. die Gelbe Tonne ist ausschließlich für Verpackungen konzipiert. Alle übrigen Produkte aus Plastik und Metall, beispielsweise Gummienten, CD’s oder Reisverschlüsse, landen in der Restmülltonne und können somit nicht verwertet werden. Eine mögliche Lösung wäre die bundesweite Einführung einer Wertstofftonne, die Anreize auf vermehrtes Recycling schafft und zugleich die Umwelt entlastet. Denn in dieser Tonne könnten nicht nur Plastikverpackungen sondern auch sämtliche anderen Abfälle aus Metall und Kunststoff entsorgt werden. Schätzungen zufolge, würde jeder Einwohner mehr Verpackungen sammeln und die recycelte Menge pro Einwohner könnte bis um 7kg steigen.

Europaweite Abfallverwertung und Zukunftspläne der EU

Deutschland bleibt weiterhin ein Vorreiter beim Thema Recycling. Im Jahr 2013 wurden ca. 64% aller Siedlungsabfälle recycelt oder kompostiert. Ein maßgeblicher Faktor hierfür war die Einführung des Deponieverbotes für unvorbehandelte Siedlungsabfälle im Jahr 2005. Neben Deutschland, recyceln und kompostieren auch Slowenien, Österreich und Belgien mehr als die Hälfte ihrer Abfälle. Zurzeit liegt die durchschnittliche Recyclingquote jedoch nur bei gut einem Drittel.  Besonders Länder wie Lettland, Kroatien, Rumänien, Griechenland und Malta haben deutlichen Nachholbedarf, denn dort landet der Großteil der Abfälle auf der Müllhalde.

Doch damit ist bald Schluss. Bis 2030 soll laut EU Kommission kein Müll mehr auf Mülldeponien landen sondern wiederverwertet werden. Zudem müssen alle EU Länder bis 2020 50% ihres Haushaltsabfalls recyceln, bis 2030 sind sogar 70% geplant. Neben effizienteren Wertstoffkreisläufen sind die Fortschritte beim Recycling auch gut für unser Klima, denn der CO2 Ausstoß wird dadurch erheblich gesenkt. Die Produkte landen nicht mehr in der Verbrennungsanlage und müssen nicht neu produziert werden, da neue Produkte aus den wiederverwerteten Materialien geschaffen werden. Neben umweltfreundlichen Vorteilen bietet die Verwertung auch ökonomische Vorteile: Die Schaffung neuer Arbeitsplätze in einer neuen Branche und die Rückgewinnung von Rohstoffen.

Doch der Weg zum Ziel ist noch weit, denn die EU Standards sind national noch sehr unterschiedlich bis gar nicht umgesetzt. Hier müssen in den nächsten Jahren einheitliche Vorgaben geschaffen werden.

 

 

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