Sind Verpackungen aus Biokunststoff recycelbar?
Grundsätzlich ja: Biokunststoffe wie PLA (Polymilchsäure) sind technisch werkstofflich recycelbar. Studien zeigen, dass sie im Sortierprozess grundsätzlich von konventionellen Kunststoffen unterscheidbar sind.
In der Praxis werden Biokunststoffe in Deutschland derzeit jedoch meist nicht separat recycelt. Die verfügbaren Mengen sind noch zu gering, um eigene Recyclingströme wirtschaftlich zu betreiben. Kunststoffverpackungen machen in Deutschland seit Jahren ein erhebliches Mengenaufkommen aus – so wurden etwa für das Jahr 2009 rund 2,6 Millionen Tonnen erfasst (Angaben des Bundesumweltministeriums). Demgegenüber liegt der Anteil biobasierter Kunststoffe am gesamten Kunststoffmarkt laut Nationaler Kreislaufwirtschaftsstrategie aktuell bei lediglich rund 1 %.
Aufgrund der derzeit noch geringen Marktanteile werden Biokunststoffe aktuell überwiegend energetisch verwertet. Mit wachsendem Marktanteil könnten künftig jedoch auch spezialisierte Recyclinglösungen wirtschaftlich sinnvoll werden.
Ist Biokunststoff biologisch abbaubar?
Biobasierte Kunststoffe wie PLA können unter bestimmten Bedingungen biologisch abgebaut werden. Entscheidend sind dabei industrielle Kompostieranlagen mit kontrollierten Temperaturen und Feuchtigkeitswerten.
In der freien Natur oder im heimischen Gartenkompost zersetzen sich solche Materialien dagegen deutlich langsamer. Deshalb empfehlen wir die Entsorgung über die vorgesehenen Sammelsysteme und nicht über den Biomüll.
Wichtig ist außerdem: „biobasiert“ bedeutet nicht automatisch „beliebig in der Umwelt abbaubar“. Eine fachgerechte Entsorgung bleibt auch bei Biokunststoffen unerlässlich.